Chicoree, Ingwer
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- 09. Januar 2012
Chicoree
1873 war ein ganz besonderes Jahr. Jules Verne brachte seinen Roman „Reise um die Erde in 80 Tagen“ heraus. Enrico Caruso erblickte am 25. Februar das Licht der Welt und beschallte bereits am ersten Tag seines Lebens Neapel, später, wie wir wissen, gar die ganze Welt. Bei der Niederschlagung des „Frankfurter Bierkrawalls“ wurden rund 20 Demonstranten von den Militärs ermordet und in Esslingen wurde die „Villa Merkel“ errichtet. Die gilt als erster vollständiger Betonbau Deutschlands, hat aber mit der Trägerin eines politischen Amtes in unseren Tagen trotzdem nichts zu tun. In den USA wurde der erste brauchbare Stacheldraht erfunden, die ganze Welt schien darauf gewartet zu haben. In Brüssel aber, der Hauptstadt des damals noch jungen Staates Belgien, gab es eine Premiere: Chicoree, eine Variante der Gemeinen Wegwarte, vom Chefgärtner des Botanischen Gartens der Stadt herangezüchtet, wurde der Öffentlichkeit vorgestellt und darf damit, neben Pommes frites und zahllosen Biersorten zu den kulinarischen Spezialitäten Belgiens gezählt werden. Monsieur Bresier, eben jener Gärtner, experimentierte mit Zichorien: um die Bildung von Bitterstoffen zu reduzieren, verhüllte er die Pflanzen lichtdicht. Die Blätter, die nun sprossen, konnten aufgrund des Lichtmangels kein Chlorophyll bilden und blieben weitgehend weiß. Roh oder gekocht gelten sie seither als besondere Köstlichkeit. Der Bitterstoff Lactucopikrin (veraltet Intybin), sorgt neben dem pikanten Geschmack auch für die blaue Färbung der Blüten. Bestellen Sie bei uns Chicoree aus deutscher Demeter - Produktion. Das Landgut Pretschen in der Niederlausitz, rund 80 km südlich von Berlin, verfügt über eine der bedeutendsten Chicoree-Treibereien in unseren Breiten.
Ob in „anderen Breiten“ überhaupt Chicoree erzeugt wird, wissen wir nicht, nur soviel: in Belgien, den Niederlanden, Frankreich und in den USA wird ebenfalls sehr viel Chicoree angebaut. Der durchschnittliche Chicoreeverbrauch eines Belgiers liegt bei etwa 8 kg pro Kopf im Jahr. In Deutschland sind es pro Person gerade mal schlappe 400 Gramm. Fünf Prozent. Das muss sich ändern, arbeiten Sie mit uns daran. Es lohnt sich!
Ingwer
Ingwer wächst in den Tropen und Subtropen. In unserem Angebot finden Sie großen Ingwer aus China und eine kleinere Variante aus Uganda. Ingwer ist ein schilfartiges Gewächs mit langen schmalen Blättern. Was uns am Ingwer reizt, ist keineswegs die Wurzel der Pflanze, sondern das Rhizom, ein „Sprossachsensystem“, das in der Erde horizontal wächst. Von diesem geht ein weitverzweigtes Wurzelsystem aus, ohne eine Hauptwurzel zu bilden. Ingwer riecht sehr aromatisch, sein Geschmack ist würzig und sehr scharf. Wer die Nase vom Ingwer voll hat, sollte übrig gebliebene Rhizome nicht in die Biotonne hauen, sondern in Blumenerde stecken und sich an einer schönen Zierpflanze erfreuen. Unser Fair Trade Ingwer (das ist die kleinere Sorte) kommt aus einem Kleinbauernprojekt in Uganda. Die Bauern bekommen mehr Geld für ihre Erzeugnisse und können ihre Familien ausreichend ernähren. Dieser Ingwer wird in Mischkulturen nach ökologischen Richtlinien angebaut.
